Die gleichberechtigte Stellung der Tiere in der Antike

Die gleichberechtigte Stellung der Tiere in der Antike

Obwohl Aristoteles die Tiere unter den Menschen stellte und obwohl die Römer massenhaft Raubkatzen grausam in ihren Arenen opferten, ist daran zu erinnern, dass im Ganzen in der Antike Tiere und Menschen nicht hierarchisch zum Nachteil der Tiere behandelt wurden. Beide, Tiere und Menschen, besaßen Seelen. Zudem wurden insgesamt alle Tiere geachtet, und es gab keinerlei Tierselektion als heilige Tiere. Ovid, ein bedeutender Dichter der Römer, lässt den griechischen Philosophen Pythagoras einmal Folgendes sagen:

Hütet euch, ihr Sterblichen, euren Leib mit mörderischen Speisen zu entweihen! Gibt es doch Feldfrucht, gibt es doch Obst, das mit seinem Gewicht die Äste herabzieht, und an Reben schwellende Trauben; gibt es doch süße Kräuter und solche, die erst im Feuer weich und mild werden können […] Verschwenderisch schenkt die Erde ihren Reichtum, friedliche Nahrung, und bietet euch Speise ohne Mord und Blut (sine caede et sanguine).“

Ovid erinnert an die Zeit des Friedens zwischen Menschen und Tieren, an das Goldene Zeitalter. Wie endete es?

Als ein unnützer Erfinder (non utilis auctor), wer er auch war, die Löwen um ihre Speisen beneidete und Fleisch als Nahrung in den gierigen Schlund hinabschlang, bahnte er dem Frevel den Weg (fecit iter sceleri).“1

Fleischgier der Menschen zerstörte die Epoche der Gewaltlosigkeit und war nicht allein verbrecherisch. Er war auch unnötig und überflüssig.

Literatur

B. H. F. Taureck, Manifest des veganen Humanismus, Paderborn 2015

1 Ovid, Metamorphosen. Übers. M. v. Albrecht, Stuttgart 2010, 999f.

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