Horaz über unsere törichte Zukunftserwartung

Horaz über unsere törichte Zukunftserwartung

Wer kennt das Künftige? Niemand. Daher wird erwartet, geplant, gehofft, geglaubt, gebetet und wieder kalkuliert, Statistiken aufgestellt. Der römische Dichter Horaz, ein unaufdringlich weiser Zeuge antiker Weisheit, gab statt dessen folgende Entwarnung:

Weise hat zukünftiger Zeit Ausgang
in dunkler Nacht verborgen die Gottheit:
sie lacht, wenn ein Sterblicher über
Gebühr besorgt ist. Was gegenwärtig ist, das sei eingedenk
zu regeln in Gleichmut; das übrige nach Flusses
Art gleitet dahin […] Jener nur ist Herr seiner selbst
und lebt in Freuden, der da vermag jeden Tag zu sprechen: Ich habe gelebt! (Vixi).1

1 Horaz, Oden 3.29, Zeilen 29-43, Übersetzt von B. Kytzler, Stuttgart 2006, 201. Horaz lebte von 65 v. u. Z bis 8 nach u. Z.

Ein Gedanke zu „Horaz über unsere törichte Zukunftserwartung

  • 15. November 2020 um 1:12 pm
    Permalink

    Horaz – ein sehr weiser Mann!

    Eines seiner Zitate:

    Horaz (65–8 v. Chr., klassischer Dichter Roms): «Wage es, weise zu sein! Höre auf, Tiere zu töten! Wer die Stunde des rechten Lebens hinausschiebt, gleicht nur dem Bauern, der darauf wartet, daß der Fluß versiegt, ehe er ihn überquert.»

    Weitere Zitate grosser antiker Weiser:

    Pythagoras (um 582–496 v. Chr., griechischer Philosoph und Mathematiker): «Welch ein vermessenes Tun, im Fleische das Fleisch zu versenken, den begehrlichen Leib mit verschlungenem Leibe zu mästen und mit des Lebenden Tod ein Lebender sich zu erhalten!»

    Empedokles (um 483–423 v. Chr., griechischer Naturphilosoph und Prophet): «Werdet ihr nicht der fluchbeladenen Schlachtung ein Ende bereiten? Seht ihr nicht, daß ihr euch in blinder Unwissenheit der Seele selbst zerstört?»

    Ovid (43 v. Chr.–17 n. Chr., klassischer Dichter Roms): «Das Zeitalter, das wir das Goldene benannt haben, war gesegnet mit den Früchten der Bäume und mit den Kräutern, welche die Erde hervorbringt, und der Mund der Menschen wurde nicht mit Blut befleckt. Damals bewegten die Vögel ihre Schwingen sicher in den Lüften, und der Hase durchstreifte das freie Feld ohne Furcht; damals wurde der Fisch nicht das arglose Opfer des Menschen. Jeder Ort war ohne Verrat, keine Ungerechtigkeit herrschte, und alles war von Frieden erfüllt. In späteren Zeitaltern schmähte und verachtete ein Unheilstifter diese reine, einfache Nahrung und versenkte in seinen gefräßigen Wanst Speisen, die von Leichnamen herrührten. Damit öffnete er zugleich der Schlechtigkeit den Weg.»

    Gefunden hier: http://vegetarisch-leben.de/vegetarismus-zitate.html

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.