Krieg zwischen den USA und China. Fortsetzung der vorangegangen Überlegungen in erweitertem Maßstab

Krieg zwischen den USA und China. Fortsetzung der vorangegangen Überlegungen in erweitertem Maßstab

Am 12. Mai 2021 gab ich meinem niederländischen Freund Theo Cornelissen ein Interview zu obigem Thema, das auf YouTube erscheint. Es setzt meine früheren Überlegungen in erweitertem Maßstab fort. Denn eines müsste allen politisch Interessierten klar sein: In Bezug auf China setzt der 46. US-Präsident die Konfrontation des 45. Präsidenten fort.

1. Die militärische Ausgangslage

USA hat ein Heer von 2 Millionen Soldat*innen und einen Wehretat von 780 Milliarden Dollar. China hat ein Heer von 4 Millionen Sold. und einen Wehretat von 252 Milliarden Dollar.

China zählt 1.4 Milliarden, die USA lediglich 331.000 Millionen Menschen. China hat somit einen Populationsüberschuss von etwa 1,1 Milliarden Menschen gegenüber den USA.

Die USA haben 12 Flugzeugträger, China nur 2.

China besitzt eine Atomare Macht mit Erst- und Zweitschlagkapazität. Seine Mittelstreckenraketen reichen über ganz Ostasien. Seine Interkontinentalraketen erreichen jedes Ziel auf dem Globus. China ist gleichfalls dabei, den Weltraum neben Erde, Wasser und Luft als fünftes militärisches Konfliktgebiet zu erschließen.

2. Kein Kriegsmotiv ist erkennbar

Da die USA keinen Staat mit Atomwaffen angreifen, lohnt sich für die USA keinerlei Krieg mit China, denn diese können auch einen für den Angreifer tödlichen atomaren Zweitschlag ausführen.

Außerdem versorgen die Chinesen die USA mit 3 Billionen Dollar Krediten.

3. Trotzdem ist ein sino-amerikanischer Krieg denkbar

Trotzdem ist davon auszugehen, dass seit einiger Zeit in den USA ein Krieg gegen China zumindest theoretisch durchgespielt wird. Unter welchen Umständen ist ein Krieg zwischen den USA und China denkbar?

Ich bilde diesbezüglich folgende Hypothese, die sich später weiter anreichern mag: Je mehr die USA eine destruktive, auf Auslöschung ihrer Feinde gerichtete Politik betreiben, desto mehr besteht eine Tendenz, dass sie sich als Nachfolger des römischen Imperiums verstehen, das Aufmüpfige besiegt und Unterworfene schont. Es verhält sich also paradox: Die USA wollen als wohltätige Erdmacht wahrgenommen werden, arbeiten jedoch mit einer militärischen Auslöschung ihrer Feinde.

4. China gestern und heute

China ist das älteste Reich der Erde. Es besteht seit 2000 Jahren, während alle anderen Reiche blühten und wieder verschwanden. Auch das berühmte Weltreich der Römer dauerte nicht länger als 1000 Jahre.

Weil jedoch auch China auf Geldgewinnkreisläufe umgeschaltet hat, ist es selbst Teil eines profitgetriebenen Systems, das, wie die USA und alle anderen Länder auch, den Kuchen, auf dem es wohnt, vergiftet, bevor es ihn verspeist. China verfügt, ebenso wenig wie die USA und Europa, über eine Kreislaufwirtschaft und produziert Abfallprodukte, an denen es bald unrettbar ersticken könnte.

Anders sah Chinas Bilanz im 15. Jahrhundert aus:

Zu dieser Zeit lebten in Europa 55 Millionen Menschen, in China mehr als das Doppelte, nämlich 130 Millionen. China hatte weitaus mehr Bibliotheken als die Europäer, erfand das Schießpulver, besaß eine Technik für Unterseeboote und starteten eine Überseeexpedition mit riesigen, damals in Europa völlig unbekannten Schiffen. Doch man zeigte keinerlei Interesse an Kolonialismus. Im Unterschied zu den Europäern lehnten die Chinesen Gewalt und Krieg ab. Zudem gab es nur vereinzelt Sklaverei, aber keine Institution der Sklaverei.

Im 19. Jh hatten die USA mit China noch nichts tun. China wurde dagegen Opfer jener Kriege, mit denen die Briten Einfuhr und Konsum von Opium über Kriege erzwangen. Opium hat zwei Folgen: Es bereichert die Händler und tötet allmählich die Konsumenten. Beide Ziele wurden vom British Empire gegen die uralte Hochkultur Chinas verfolgt. Gegen eine Zivilisation der Bildung und der Ablehnung der merkantilen Gesinnung Europas begegnete man in China den Europäern. Schändlich, dass sich Philosophen wie der Brite John Stuart Mill oder der Franzose Alexis de Tocqueville als Befürworter der britischen Opiumkriege aus den niedrigsten Beweggründen damals geoutet haben.

Erstmalig unterstützte das kommunistische China im Koreakrieg 1953 der deshalb mit der Bestätigung des Vorkriegsstatus endete, der aber auf der Seite der Asiaten mehr als vier Millionen Opfer erzeugte. Seither blieb China für fast 20 Jahre außenpolitisch geächtet, bis Nixon 1972 nach Peking reiste.

5. Es entfallen drei Kriegsmotive

Was könnte einen Krieg der USA gegen China auslösen? China hat keinen wirklich freien Seeweg. Auf der China gegenüberliegenden östlichen japanischen Insel Okinawa sind permanent 75.000 US.-Truppen stationiert, und die Seeverbindungen zum Indischen Ozean sind schmal und leicht kontrollierbar (Merenge der Straße von Mallaka). Doch aus einer maritimen Einkreisung nach Osten resultiert eher kein Krieg. Auch beansprucht China Erdgaslager im südchinesischen Meer. Die USA ignorieren chinesische Flugverbote. Doch aus dem Rohstoff Erdgas resultiert eher kein großer Krieg.

Werden Menschenrechte verweigert? Das ist unser Narrativ im Westen: Man hat Luchsaugen für die Verfehlungen der anderen und ist zugleich blind für die eigenen wie ein Maulwurf. Die Europäer treiben seit 2015 menschenrechtverletzenden Umgang mit Flüchtlingen im Mittelmeer. Und die USA haben Guantanamo und drei Millionen Opfer ihres Krieges gegen den Terrorismus, wobei eine justiziable Definition von Terrorismus bis heute fehlt. Daher werden auch Menschenrechtsverletzungen keinen Kriegsgrund ergeben.

6. Zwei widersprüchliche Maximen des Staatshandelns Chinas und der USA

Für das Staatshandeln der Nationen gibt es Maximen und Grundsätze, die eigentlich alles zusammenfassen. Für China ist diese Devise klar. Sie heißt Tianxia, alles unter dem Himmel, der eine Inklusion des anderen einschließt. In diesem Sinne sprechen auch chinesische Sprichwörter zu uns:

Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Wer nicht lächeln kann, der sollte auch keinen Laden eröffnen.

Wer fragt, gewinnt.

Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.

Wenn die Menschen nur von dem sprächen, was sie verstehen, so herrschte überall Schweigen.

Drei Tage nicht gelesen, und das Gespräch wird schal.

Aus Laotsi ist bekannt.

Das Dao des weisen.

Handeln ohne Streit.

Und aus dem ältesten Strategiebuch der kulturen von Sunzi, das 2500 Jahre alt ist, ist die Bemerkung bekannt:

Wer den Feind ohne Schlacht besiegt, der versteht sich wirklich auf Kriegsführung.

Für die USA gilt dagegen ein Plus Ultra, ein Darüber hinaus, ein Mehr und Immermehr. Das war die Devise des spanischen Weltreichs Karl V, welche inzwischen von den USA stillschweigend übernommen wurde. Unter dem Tarnnamen eines Weltpolizisten und mit über Tausend Militärstützpunkten und mit ihrer Dauerüberwachung der Telefonie und des Internet haben die USA den Globus militärisch unter Kontrolle. China dagegen will Koexistenz, Geltenlassen des anderen; die USA wollen die anderen kontrollieren. Die USA sehen sich offiziell als Fortsetzer des römischen Kaiserreiches, das den anderen den American Way of Life, verbunden mit der Zerstörung unserer allgemeinen biologischen Lebensgrundlage, aufnötigen will. Zwischen 1945 und 2005 haben die USA versucht, mehr als 30 nationale Volksbewegungen im Kampf gegen ihre Regimes zu zerschlagen mehr als 50 fremde Regierungen zu stürzen, wie der bekannte US-Autor William Blum aufzählt.

Leider hat China sich diesem profitorientierten Wachstumsmodell der Wirtschaft Modell längst angeschlossen. Der Bau der asiatisch-europäischen Seidenstraße steht daher im Verdacht, den Planeten weiter zu übernutzen und uns weiter dem ökologischen Abgrund zuzuführen.

7. Die Instabilität der US-Gesellschaft

Vor mehr als 20 Jahren hatte der US-Amerikaner Samuel Huntington einen Krieg zwischen China und den USA vorausgesagt. Er ließ ihn allerdings mit China beginnen und ließ China dafür büßen. Heute stehen jedoch die USA im Verdacht, China mit Krieg zu überziehen. Da maritime Einkreisung, Erdgas und Menschenrechte nicht als Kriegsgrund zählen, müsste etwas anderes als Kriegsgrund in Frage kommen.

China und die USA befinden sich seit einiger Zeit nicht mehr nur im Konkurrenzzustand, sondern in einem Zustand beginnender Verfeindung. Manche meinen, Taiwan könnte Anlass für einen militärischen Konflikt sein. Doch es bestehen Zweifel, ob China wegen Taiwan einen großen Krieg wagen wird. Verlust scheint den Gewinn zu überwiegen. Wegen der Insel Formosa wird es seine eigenen Metropolen nicht von Cruise Missiles zerbomben lassen. Außerdem könnte Formosa zuvor Opfer chinesischer Raketen geworden sein. Ein Krieg um Formosa brächte daher mehr Verluste als Gewinn.

Ganz anders sieht es aus, wenn man beide Länder im Hinblick auf ihre innere Stabilität betrachtet. China war vor mehr als 30 Jahren innerlich gefährdet und schlug damals den Aufstand der Protestierenden in Peking gewaltsam nieder. Inzwischen scheint China, nach allem, was bekannt wird, stabilisiert zu sein. Allerdings leidet es unter einer Überalterung seiner Bevölkerung.

Gilt dies auch für die USA? Wer sich nur ein wenig mit diesem Land auskennt, weiß, dass es kaum ein gespalteneres Land als die USA gibt. Die farbige Bevölkerung und die der Latinos ist sozial extrem benachteiligt. Dies ist eine Konfliktlinie. Die zweite verläuft zwischen den Demokraten und den Republikanern. Die Demokraten versprechen soziale Gerechtigkeit., und die Republikaner eine populistische verdeckte Alleinherrschaft. Die dritte verläuft zwischen einer vollständig apolitischen Bevölkerung und einer Herrschaftselite, die derzeit von 300.000 Personen ausgeübt wird. Doch das Land wird zugleich von einer Krise seiner Transportinfrastruktur erschüttert. Diese erweist sich als Opfer von Hackerangriffen, denen es gelang, auf die von der dortigen Erdölpipeline verwendeten Quellcodes zuzugreifen. Die Schäden führen zu einer globalen Verteuerung der Erdöls. Der Schaden wurde zwar inzwischen behoben, denn es wurden Millionen Dollar als Lösegeld gezahlt. Doch dieser Vorgang könnte sich wiederholen. Die Transportinfrastruktur der USA erweist sich als vulnerabel.

Es ist hinlänglich bekannt, dass die USA das Land mit den extremsten Ungleichheiten des Einkommens und der Bildung darstellt. Studien haben nachgewiesen, dass die immensen Kredite für die private Finanzierung von Studienplätzen zu den Ursachen für die hohe finanzielle Instabilität und damit letztlich für jene Wirtschaftskrise ist, die mit der Supprime-Krise 2008 einsetzte. Weil amerikanische Eltern so hohe Summen für das Studium ihrer Kinder zahlen müssen, gerät das gesamte Finanzierungssystem aus den Fugen.

All dies galt vor der Pandemie. Die Pandemie hat dafür gesorgt, dass sich alle Konflikte maßlos verschärft haben. Trotz der Ankündigung von Bidens Sanierungsmaßnahmen ist nach wie vor offen, wie sie jemals bezahlt werden können. Auch die FED, die das öffentliche Geld, als Privatorganisation druckt, dürfte bald an leicht übersehbare unsichtbare Grenzen gelangen.

8. Drei Kriegsvoraussetzungen

Wer die Mentalität der politischen US-Administration kennt, der weiß, dass dort keinerlei Bedenken bestehen, selbst einen Atomkrieg zu führen.

Das stößt in den USA gesellschaftlich auf Ablehnung. Noam Chomsky und seine Schule hat alles darangesetzt, um diese Staatskriminalität zu entlarven und anzuprangern. Vergeblich.

Im Jahre 2018 bekannten sich die USA öffentlich zum Ersteinsatz von Atomwaffen, allerdings beschränkt auf kleine Geschosse. Es beweist jedoch einen Mangel an Fantasie, dass diese Beschränkung realistisch ist. Kommt es einmal zu einem Einsatz von Atomwaffen, so gibt es keine staatliche Institution mehr, die in der Lage ist, weitere atomare Eskalation zu vermeiden. Die atomare Feuerkraft hat seit der Erfindung der Atomwaffen um 200 Prozent zugenommen.

In den USA besteht daher besonderes Interesse daran, auch einen Atomkrieg zu wagen. „If you want peace, prepare for Nuclear war“, heißt es aus dem Pentagon, das inzwischen auch maßgeblich die Exekutiventscheidungen des Präsidenten bestimmt.

Das Buch des US-Politololgen Mathew Kroenig The Logic of American Nuclear Strategy. Why Stragtegic Superiority Matters, das 2018 erschien, bestimmt seither das strategische Kalkül der US-Regierung. Ein Atomkrieg sei billigend in Kauf zu nehmen, sofern man infolge einer Übermacht siegreich hervorgehe. In den 50er Jahren hatten Vertreter der beiden christlichen Konfessionen durchaus mit einem atomaren Holocaust arrangiert. Er bringe uns mit unserem Tode dem Gott näher, an dessen Vorsehung und Rettung wir glauben.

Somit gibt es mehrere Voraussetzungen dafür, dass in der strategischen Planung keine Scheu mehr besteht, sich auf einen Atomkrieg einzulassen.

Erste Voraussetzung besteht darin, das Risiko eines Atomkriegs mit der Vorstellung seines Gewinns zu belohnen.

Zweite Voraussetzung: Die eigenen pandemiebedingten Schwierigkeiten durch eine militärische Mobilmachung auszugleichen und dem Militär eine Ankurbelung der eigenen Wirtschaft bis 40% des Bruttoinlandsprodukts, wie einst im 2. Weltkrieg, zu verschaffen.

Dritte Voraussetzung: Ausschaltung eines gefährlichen internationalen Konkurrenten, die jedoch international getarnt wird in einen gerechten Krieg. In den USA arbeiten einige Philosophen an der ideologisch fragwürdigen Verbindung von Gerechtigkeit und Krieg. Die Chinesen sollen von einer ungerechten diktatorischen Regierung befreit werden. Wie einst der Krieg gegen Japan und gegen das nationalsozialistische Deutschland soll der Krieg ein Befreiungs- und Beglückungskrieg darstellen.

9. Das Drehbuch eines sino-amerikanischen Kriegsszenarios

Diese drei Voraussetzungen ergeben den Stoff für ein kriminelles Unternehmen. Es lässt sich mithilfe einer gewissen kriminalen Fantasie wie folgt hypothetisch durchspielen.

Diese Fantasie bleibt vermutlich gegenüber dem Kriegsverhalten der USA noch immer weit zurück, das den Koreakrieg, den Vietnamkrieg, den Afghanistankrieg, den Irakkrieg, den Libyenkrieg, den Syrienkrieg verantwortet und wenn sie ihn nicht verloren, so doch failed states und damit Zentren für jenen Terrorismus produziert haben, den sie angeblich bekämpfen wollten.

Das Drehbuch eines sino-amerikanischen Krieges könnte in folgende Etappen eingeteilt werden.

Erste Kriegsphase: Die USA bedrohen China von seiner östlichen Seeseite. Sie senden Flugzeugträger, U-Boote, Zerstörer Richtung Taiwan, Richtung Okinawa und in das ost- und südchinesische Meer.

Man verkündet noch keine offiziellen Kriegsziele, gibt aber zu erkennen, dass China sich bedroht fühlen soll. China wird nervös.

Es kommt zu letzten Telefonaten zwischen Biden und Xi Zinping, die aber nichts klären. Auch kommt es zu kleinen Schießereien, denn China ist ebenfalls dabei, seine Flotte zu mobilisieren.

Inoffiziell lancieren die USA zwei Forderungen: Man wolle China desinfizieren. Da die Chinesen selbst keine Anstrengungen unternehmen, eine weitere Pandemie zu verhindern, die den gesamten Globus bedroht, müsse nunmehr militärische Gewalt eingesetzt werden. Die Covid-19-Pandemie gleiche einer biologischen Waffe, die China nicht unter Kontrolle habe.

Zweite inoffizielle Forderung: China widerspreche der Demokratie und bedrohe langfristig den globalen demokratischen Konsens. Da China sich bisher geweigert hatte, auf Demokratie umzustellen, müsse es unter Androhung militärischer Gewalt zu einem demokratischen Umdenken gezwungen werden.

Die US-Flottenkonzentration in den ostchinesischen Gewässern bildet jedoch eher einen Fall des Bluffs. Es geht den USA darum, China in einen andauernden nervösen Spannungszustand zu versetzen und dafür zu sorgen, dass es seine gesamte Streitmacht in seine östliche Region zusammenzieht. Auch soll China dazu gedrängt werden, zu erfahren, warum denn ein Krieg drohe. Sobald China zu diesen Fragen bereit ist, soll die US-Propagandamaschine mit beiden Kriegsgründen antworten. Doch das US-Drehbuch ist abgefeimter.

In dem Augenblick, als die USA ihre Kriegsgründe nennt, beginnt eine zweite Kriegsphase. Ganz im Westen Chinas, in der unbewohnten Taklamakan-Wüste explodiert eine Atombombe mit vierfacher Hiroshimaexplosionskraft. Die Täter sind die USA, die damit in den von ihnen nicht ausgeschlossenen Atomkrieg eintreten. Doch kaum ist die Explosion erfolgt, weisen die USA jede Täterschaft von sich. Sie starten nunmehr einen Propandakrieg und verbreiten folgende Version: Die Chinesen haben ihre eigenen Streitkräfte nicht mehr unter Kontrolle. China bedroht den Globus nicht nur mit einer Pandemie, sondern nunmehr auch atomar. Daher ist es Zeit, die chinesische Führung militärisch zu entmachten uns seine Diktatur durch Demokratie zu ersetzen.

Dritte Kriegsphase: Da China nicht vor der japanischen Invasion kapitulierte, ist anzunehmen, dass die Chinesen auch diesmal sich nicht von den USA erpressen lassen. Dann beginnt eine dritte, nunmehr riskante Kriegsphase. Ähnlich wie gegenüber Japan könnte die USA-Führung nunmehr auch die Zündung einer zweiten Atombombe ebenfalls im unbewohnten Gebiet der Taklamakan-Wüste beschließen.

China schenkt der US-Propaganda keinen Glauben. Trotz der allgemeinen Verwirrung werden die USA für die Täter gehalten. Auch international gilt dies, so dass die USA als Atomtäter gelten. Würde eine zweite Atombombe gezündet, so wäre eine unsichtbare rote Linie überschritten. Es gäbe dann keine Scheu mehr, überhaupt Atomwaffen einzusetzen. Der Globus wäre der Gefahr eines jederzeit möglichen nuklearen Krieges ausgesetzt. Weder Indien noch Pakistan, noch Israel, noch Großbritannien, noch Frankreich wären an nukleare Vermeidung gebunden.

Ein zweite Atombombe, hätte – neben Russland, das zumindest atomar drohen könnte – vermutlich auch eine Wirkung auf Nordkorea. Nordkorea ist China eng verbunden. Um einen langen Atomkrieg zu vermeiden, könnte Nordkorea einen Schritt unternehmen, vor dem man in den USA eine panische Angst besitzt. Nordkoreas Atomraketen reichen auch bis in die USA. Die Zündung einer Atombombe über dem USA-Territorium könnte die USA vernichten. Denn es würde ein Elektromagnetischer Puls freigesetzt, der augenblicklich die gesamte elektronische Kommunikation der USA und damit einen funktionsfähigen US-Staat zerstören würde. Die USA verfügen über kein System der Abwehr dieser Raketen. Bestehende Systeme bleiben in ihrer Trefferwahrscheinlichkeit nach wie vor ungenau.

Es ist nicht vorhersehbar, ob jene US-Falken dieses nukleare Inferno antizipieren und den Weg eines hypothetischen Krieges mit China nicht weiter verfolgen.

10. Eine Beurteilung des sino-amerikanischen Krieges aus philosophischer Sicht

Ich selbst habe eine Theorie des Krieges in mehreren Büchern ausgearbeitet und vertrete folgende Aussagen:

1. Krieg ist nicht, wie Clausewitz im 19. Jh. irrte, Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Krieg ist Ausdruck gescheiterter Politik. Krieg erlaubt, was kein Staat sonst erlaubt: die gezielte Ermordung des Feindes, seine Enteignung, keinen Schutz der Zivilbevölkerung. (Dass Krieg auf scheiternder Politik beruht, hebt unabhängig von mir auch der chinesische Kollege Zhao Tingyang in Alles unter dem Himmel. Vergangenheit und Zukunft der Weltordnung, Berlin 2020, 26, hervor.)

2. Kein Krieg geschieht ohne Raub. Kriege werden wegen der Beute geführt, die dann zur Notwendigkeit erklärt wird.

3. Krieg geschieht als Suggestion einer Notwendigkeit, die jedoch vollständig illusionär ist. In diesem Sinn verstehe ich auch den Satz des griechischen Philosophen Heraklit, der Krieg sei Vater und König von allen. Man führt Kriege, solange man der Illusion erliegt, sie seien unvermeidbar. Es geht um Desillusionierung gegenüber dem Krieg. Solange man an gewinnbare Kriege glaubt, werden diese zum eigentlichen Täter, das heißt zum Vater und König des Konfliktes.

4. Daraus ergibt sich die Bewertung, dass eine Strategie, als erste Kernwaffen einzusetzen, zu den schwersten Verbrechen zählt. Ebenso gehört die Überlegung zu den schwersten Verbrechen, als Gewinner aus einem Atomkrieg hervorzugehen. Ein Atomkrieg könnte die Hälfte der Erdbevölkerung töten und der Rest würde an Verstrahlungsfolgen qualvoll verenden.

5. Die US-Gesellschaft, die ihrerseits den Krieg ihrer verdorbenen Eliten nicht will, sei ihrerseits jener Satz Goethes aus seiner Italienischen Reise ins Gedächtnis gerufen: Ich bin ein Kind des Friedens und will Frieden halten für und für, mit der ganzen Welt, da ich ihn einmal mit mir selbst geschlossen habe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.